Andrea Sandner

portrait-collage-panorama-max

1961 in Rüsselsheim geboren
  Studium Kunstpädagogik, Kunstgeschichte, Neuere deutsche Literaturwissenschaft, Universität Augsburg
seit 1992 freischaffend tätig im Bereich Malerei und Fotografie
1997-2003 Lehrauftrag für Malerei, Universität Augsburg
seit 2007 Dozentin an der Freien Kunstakademie Augsburg
1994 Debutantenpreis des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht, Kultus, Wissenschaft und Kunst
1998 Schwäbischer Kunstpreis der Kreissparkasse Augsburg
2001 Johann-Georg-Fischer-Kunstpreis der Stadt Marktoberdorf
2003 2. Preis des Wettbewerbs "Stadt.Markt.Dorf.Verwandlungen." der Stadt Marktoberdorf

Kurse

Kurse in der Freien Kunstakademie Augsburg

>> www.freie-kunst-akademie-augsburg.de

 

 hintergrund-500
Künstlerische Beratung:

Besprechung eigener Arbeiten und Mappen
Vorbereitung von Ausstellungen, Ausstellungskonzepte, Präsentationen
Vorbereitung von Bewerbungen
Private Kurse für (Klein-)Gruppen

Tel 0821 151462

Atelier

Kulturpark-012

 

Atelier: Kunstpark West, Sommestr. Augsburg

Atelierbesuche können Sie gerne telefonisch vereinbaren.

Tel 0821 151462

Katalog

austellung

Ausstellungsansicht, Künstlerhaus Marktoberdorf

katalog-mini

Katalog zur Ausstellung im Künstlerhaus Marktoberdorf, 2004
ISBN 3-928691-42-2

Katalogtext: Andrea Sandner von Birgit Höppl MA

Andrea Sandners gemalte Architekturen wirken kühl. Jeglicher Individualität beraubt, auf formale Grundelemente reduziert, stehen sie da – als habe sich eine Anatomin zum Wesentlichen eines Objektes vorgearbeitet. Hinweise auf Zeit, konkreten Ort oder Nutzung der jeweiligen Gebäude fehlen. Die unfertigen Rohbauten am Meer, die Fabrikfassaden ohne Zutrittsmöglichkeit, von Gebrauchsspuren befreit, verschließen sich der raschen Annäherung. Doch der scheinbaren Nüchternheit und Klarheit der Komposition steht die Wirkung der Farben entgegen. Die unterschiedlichen Farbklänge, aus derselben Grundfarbe gemischt, werden auf den ersten Blick als angenehm empfunden. Feine Abstufungen legen sich besänftigend auf die harten Formen, und trotzdem stellt sich bei der Betrachtung Verunsicherung ein.

Wie im "Haus am Meer, rot" eine als Wasser lesbare Horizontale in dunklem Rosa auf einen ockerfarbenen Strand trifft, erzeugt Unbehagen. Die Art, wie sich die in unterschiedlichen Brauntönen dastehenden Pfeiler des Gebäudes gegen einen penetrant zartrosafarbenen Himmel abgrenzen, vertreibt die anfängliche Urlaubs-Assoziation von wohliger Abendstimmung im Süden. Irgendetwas scheint hier nicht zu stimmen. Der vordergründig einfache Aufbau aus wenigen, klaren Farbflächen entfaltet sich als vielfach abgestuftes, kühn kalkuliertes Geflecht aus farblichen Nachbarschaften. Fast wünscht man sich zwischendurch einen reinen Grundton zur eigenen Orientierung. Aber das liegt nicht in Sandners Interesse. Gerade die Zwischentöne und Übergänge sind ihr ein Anliegen.

Den Bildern liegen zwei zeitlich versetzte Aneignungsprozesse zugrunde. Die Malerin sucht sich ihre Motive mit der Kamera. Sie photographiert Parkhäuser, Industriebrachen, unbeachtete Abseiten oder Hinterhöfe mit deren oft unstrukturierten Ansammlung an Nutzbauten. Ihr forschender Blick gilt dabei nicht der morbiden Ästhetik verfallender Gebäude oder der beredten Leere kahler Beton-Orte. Sie verweigert ihren Vorlagen solch erzählerische Qualitäten und nimmt ihnen die Spuren gelebten Lebens. Ihr Interesse gilt der harten, formalen Vorgabe.

Derart skelettiert und bereinigt, setzt die farbliche Umformung der Motive ein. Der Raum als feste Größe wird aufgelöst. Die präzis kalkulierte Abgrenzung einzelner valeurs gibt den Architekturen ihre Wirkkraft und Spannung. Die Farben nähern sich sorgfältig moduliert einander an, um sich gleichzeitig - nur geringfügig anders gemischt - vehement abzustoßen. Da die Bildoberflächen in Acryl mit ihren kaum sichtbaren Arbeitsspuren zurücktreten, rücken die einzelnen monochromen Flächen als Hauptakteure in den Vordergrund. Kaum wahrnehmbare Übergänge, Schattenspuren, halten die Kompositionen in Bewegung. Es entstehen Assoziationsräume, die sich von den ursprünglichen photographischen Vorlagen vollständig entfernt haben.

Sandners Arbeit in Serien dient ihr dazu, die Vielschichtigkeit in der Realitätswahrnehmung deutlich zu machen. Von jeweils derselben Vorlage ausgehend, schafft sie durch die Veränderung der Farbstimmung völlig unterschiedliche Raumbilder. Der konkreten Situation nähert sich die Malerin an, indem sie Ideen von ihr auf die Leinwand bringt.

Ich genieße den Eintritt in Andrea Sandners Architekturen, deren Befreiung von inhaltlichem Ballast, die Leere. Die Entwürfe möglicher Realitäten kann ich mit großer Freiheit durchwandern und verliere mich trotzdem nicht im Nichts. Sandners Räume sind mir vertraut, genauso vertraut wie der Parkplatz samt Tiefgarageneinfahrt hinter dem Supermarkt, an dem ich große Einkäufe für die ganze Woche tätige. Vertraut wie die Straße parallel zu den Schienen jenseits des Bahnhofes, wo Fabrikverkauf, Pommes-Bude und Schrottplatz mir ein schaurig-wohliges Gefühl von Urbanität vermitteln. Ähnlich wie an solchen städtischen Un-Orten des Übergangs ohne gewollte Ästhetik, hat die Sehnsucht nach Behaustheit gerade in Sandners kühlen Architekturen ihren Raum.

Birgit Höppl

Aktuelle Ausstellungen

Derzeit keine Ausstellungsbeteiligung

 


DSC 0275-detail

Impressum / Kontakt

Verantwortlich für die Inhalte dieser Internetpräsenz:

Andrea Sandner
Am Wiesle 3
86391 Stadtbergen

Tel 0821 151462
Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Atelier: Kulturpark West, Sommestr. 38, Augsburg

Atelierbesuche können Sie gerne telefonisch vereinbaren.

impressum-pic

Webdesign: Wolfgang Mennel;  www.mennel-medien.com